„Wärmeapparat“ wird zur Lichtquelle
Von heisser Luft und warmem Licht
Einst war er dafür zuständig, kalte Füsse und andere Körperteile aufzuwärmen. Gebaut wurde er vermutlich in den 1930er-Jahren von Therma in Schwanden, damals eine der grossen Adressen für elektrische Wärmeapparate aus Schweizer Produktion.
Irgendwann war allerdings Schluss mit Heizen. Seine besten Heiztage lagen hinter ihm, sein Äusseres hatte dagegen noch einiges zu bieten. Denn unter reichlich Patina verbargen sich ein glänzender Chromschirm mit goldfarbenem Innenleben, ein filigranes Drahtgitter und eine ordentliche Portion Art Déco.
Viel zu schade für den Elektroschrott.
Also wurde geputzt, poliert und die alte Heiztechnik in den Ruhestand geschickt. Ein neues, goldfarbenes Textilkabel mit Kippschalter sorgt seither für die nötige Verbindung zur Gegenwart.




Wärme spendet er übrigens noch immer. Nur ist diese inzwischen eher eine Herzensangelegenheit als eine Frage der Temperatur.
Und dann kam das Licht ins Spiel. Eine moderne LED-Leuchte übernahm das Kommando, brachte allerdings eine ausgesprochen altmodische Angewohnheit mit: Sie flackert.
Und genau das macht den Reiz aus. Im goldfarbenen Reflektor tanzt das Licht wie die Glut in einer alten Schmiedeesse. Man meint förmlich, einen alten Schmied vor sich zu sehen, der mit hochgekrempelten Ärmeln am Kohlenfeuer steht und darauf wartet, dass sein Eisen endlich die richtige Farbe bekommt.
Heute steht der ehemalige Heizstrahler lieber auf einer alten Werkbank, einem Sideboard oder in einem gemütlichen Atelier. Auch in einer Bar mit etwas Industriecharme würde er sich bestimmt nicht fehl am Platz fühlen.


