Kjell Ragnar Bærends-Kjødl
Der selbsternannte Wikinger aus Norwegen
Schon während seiner Schulzeit attestierten ihm seine Lehrer eine aussergewöhnliche Tiefbegabung. Kjell Ragnar liess sich davon allerdings wenig beeindrucken. Im Gegenteil: Mit zunehmendem Alter entwickelte er ein Selbstbewusstsein, das seine tatsächlichen Fähigkeiten um ein Mehrfaches überragte.
Vielleicht liegt es an seinen nordischen Wurzeln, dass er sich gerne als Nachfahre unerschrockener Wikinger sieht. Jedenfalls tritt er mit einer Selbstverständlichkeit auf, die kaum Zweifel an seiner eigenen Grösse zulässt. Bezeichnenderweise fällt sein Helm deutlich grösser aus als sein Kopf, und auch sein Mundwerk scheint mehr Platz zu beanspruchen als sein Denkvermögen.
An Fantasie und Unternehmungsgeist mangelt es ihm hingegen nicht. Und wo seine beschränkten Fähigkeiten nicht ausreichen, weiss er sich fremde zu beschaffen. So verpflichtete er den Mailänder Wagenbauer Arrighetto Rossa, der eine stromlinienförmige Rennmaschine schuf, deren Aerodynamik an ein Weberschiffchen erinnert und deren Beschleunigung derart heftig ausfällt, dass die Vorderräder regelmässig den Bodenkontakt verlieren.
Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kjell Ragnar bestreiche vor jedem Rennen die Pneus mit Kukident-Haftcreme, um die Bodenhaftung zu verbessern. Ob das tatsächlich etwas nützt? Wer weiss.
Ein roter Faden zieht sich jedenfalls durch die gesamte Konstruktion. Nur Kjells Gedanken folgen ihm nicht immer. Deshalb ist er nicht nur angeschnallt, sondern vorsichtshalber auch angekettet. Die Kette soll ihn daran erinnern, dass er eigentlich an einem Rennen teilnimmt.
Er verfolgt seine Ziele konsequent. Vorausgesetzt, unterwegs taucht nichts Interessanteres auf.




